Bunte Kuh e.V.
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Projektziele

Viel zu selten kommen Jung und Alt, Arm und Reich, Menschen aus verschiedenen Kulturen, behindert oder nicht, in der Stadt miteinander in Berührung.
In Zeiten eines erstarkenden Rassismus und in einer Zeit, in der die soziale Schere immer weiter auseinander geht, braucht die Gesellschaft partizipative Projekte, deren Ziel es ist, Toleranz zu fördern und Ausgrenzung entgegenzuwirken.

Deshalb bietet Bunte Kuh e.V. in sozial benachteiligten Hamburger Stadtteilen offene Baukunst-Aktionen an. Sie sind besonders niedrigschwellig – das Angebot ist offen für jeden, ohne Sprachbarrieren und kostenlos.
Kleine und große BaumeisterInnen schaffen im sinnich-kreativen, kommunikativen und integrativen Bauprozess des Mitmach-Projektes, der neben haptischen auch soziale Fähigkeiten fördert, nicht nur fantasievolle Skulpturen aus Lehm, sondern auch neue Räume der Begegnung.


Das Baumaterial Lehm ist ein faszinierender Baustoff, der seine 'soziale und kulturelle Klebekraft' entfaltet.
Das Projekt fördert, neben den sozialen Fähigkeiten, die Erfahrung eigener gestalterischer Fähigkeiten. Während des Bauens, wobei gemeinsam ca. 70 Tonnen Lehm geknetet, gestampft und mit Fäusten bearbeitet, verstrichen und verziert werden, wird die Gestaltungs- und Bewegungsfreude auf natürliche Weise gefördert, die Fein- und Grobmotorik geübt.

Von ErzieherInnen und Eltern mit Interesse beobachtet wird immer wieder die Entwicklung psychomotorischer Fähigkeiten: gerade so genannte hypermotorische Kinder sind ausdauernd und konzentriert arbeitend bei der Sache.

Es gibt auf der Lehm-Baustelle vielfältige und frei wechselbare Beteiligungsangebote an einem Ort zur selben Zeit. Jeder kann sich mit seinen Fähigkeiten einbringen und findet seinen Platz im gemeinsamen kreativen Prozess:
Die Kinder bauen mit Erwachsenen zusammen Figuren und Modelle an Tischen, transportieren die Lehmbrocken oder klopfen faustgroße Lehmklumpen auf Mauern fest und bauen so die Bauwerke in die Höhe und verzieren die Oberflächen. Es bilden sich je nach Anforderung wechselnde Arbeitsbündnisse über alle sozialen und Altersgrenzen hinweg.
Die Verführung zur Zusammenarbeit ist groß, da man alleine zu wenig schafft.
Die Baustelle ist eine Stolzproduktionsanlage:
Sie stärkt gleichzeitig das Ich- und das Wir-Gefühl. Die Begeisterung der großen und kleinen Lehmbauer ist der Motor des Projekts. Ihre positive Resonanz ist Ansporn für uns.

Beim Abschlussfest zeigen die Kinder allen eingeladenen Eltern, Freunden, Nachbarn und Passanten, die schönen Bauwerke und erhalten dafür Lob von allen Seiten. Ihre Modelle, die während der Aktion in großer Zahl eine öffentliche Ausstellung ihres Einfallsreichtums bildeten, dürfen sie dann mit nach Hause nehmen.


Das Projekt fördert durch die Gleichzeitigkeit von Begreifen und Gestalten im kommunikativen, kreativen Schaffensprozess die kognitiven, haptischen und sozialen Fähigkeiten. Das Bauen mit Lehm ermöglicht fließende Übergänge zwischen, künstlerischer, handwerklicher, therapeutischer und integrativer Arbeit.
Wir ermutigen die Teilnehmer über die gemeinsame Umsetzung ihrer Bauideen zur Mitverantwortung für die kreative Gestaltung ihrer Umwelt.
Durch Partizipationserfahrungen üben schon Kinder spielerisch basale demokratische Handlungskompetenzen ein. Es entsteht eine Spielkultur, die kreative und soziale Erfahrung zur Basis für das Wissen um selbst bestimmte Prozesse und die Veränderbarkeit von - oft fremdbestimmter - Realität macht; eine Kultur des Spielens als Weg zur Ausbildung von Identität und Gemeinschaft.

Eine wichtige Erfahrung der Teilnehmer bei den Aktionen ist neben der Entwicklung eigener Gestaltungskompetenz auch die Überwindung von kulturellen und sozialen Grenzen.
Indem sie neue Räume im gemeinsamen Erleben des Bauprozesses entwerfen, erleben sie Architektur als soziale Kunst. Wir stellen die Besucher unterschiedlicher Herkunft vor eine große Herausforderung und geben ihnen Raum für ihre Fantasien.

Durch die Lehmbau-Aktionen zeigen sie, dass sie „Großes" leisten und stellen ihre schöpferischen Fähigkeiten in einem gemeinsamen Schaffensprozess öffentlich unter Beweis. Sie bekommen dafür die Anerkennung, die sie - besonders in benachteiligten Gebieten - für ihre Entwicklung zu verantwortungsvoll handelnden Persönlichkeiten brauchen; Kinder und Jugendliche wollen nicht zerstören, sie wollen gebraucht werden und mit gestalten, Arme, behinderte, geflüchtete und alte Menschen wollen sichtbar Teil des Ganzen sein.

Unsere von Beteiligung lebenden Aktionen fördern vor allem über die Freude am Gestalten und durch die Integration der Menschen verschiedener Herkunft und unterschiedlicher Bildungs- und Altersstufenstufen, die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen und stärken damit zugleich Toleranz und Demokratie in unserer Gesellschaft.

Die unterschiedlichsten Menschen schaffen im gemeinsamen Bauerlebnis nicht nur fantasievolle, begehbare Skulpturen sondern auch neue Räume der Begegnung.